71. Grebensteiner Vieh- und Jahrmarkt
13. - 16. Juli 2018

Presse 1990

 

HNA vom Freitag, 06. Juli 1990

Viehmarkt: Auftakt heute mit Freibier

Vier Tage lang feiert Grebenstein ab heute zum 43. Mal den traditionellen Vieh- und Jahrmarkt. Höhepunkte sind der heutige Freibieranstich zur Eröffnung, die Rinder- und Kälberschau und der „Große Bunte Abend“ am Samstag sowie am Sonntag der große Festumzug, der diesmal unter dem rechtzeitig geänderten Motto „Unser schönes Deutschland“ auch DDR-Motive präsentiert. Besondere Attraktion auf dem Festplatz ist diesmal ein in Deutschland einmaliger Fahrsimulator, der erstmals in Nordhessen die Besucher Achterbahnfahrten, Luft- und Wasserabenteuer hautnah erleben läßt.

Bei der Festeröffnung mit Bieranstich durch Bürgermeister Georg Kooi ab 20.30 Uhr am Burgberg wird auch Freibier aus dem Brunnen fließen. Anschließend marschiert ein Lampion- und Fackelzug der Kinder und Erwachsenen durch die Stadt zum Festplatz. Dort gibt es ein Konzert der Spielmannszüge und ab 22.30 Uhr Tanz mit den „Burgberg-Musikanten“

Der morgige Samstagvormittag steht im Zeichen der Schwarzbuntzüchter, die ab 8 Uhr im Sauertal mit der Leistungsschau auf Kreisgruppenebene und dem Kälberaufzuchtwettbewerb Bilanz ziehen. Die Schau sei auch für Laien interessant, meinen die Veranstalter.

Sportlich geht es nachmittags zu, wenn von 14.30 bis 17 Uhr auf dem Schulgelände neben einem Fahrradturnier für alle Acht- bis 15jährigen auch Vorführungen der Kart-Sportler des ADAC Grebenstein stattfinden.

Beim „Bunten Abend“ sorgen ab 20.30 Uhr die „Moldau Mädel“ mit böhmischer Musik, die Sängerin Eve Milen und der Bauchredner Addy Axon für Unterhaltung, bevor die „Las Parandas“ zum Tanz aufspielen.

Auch zum „Bunten Abend“ ist, wie während des gesamten Festes, der Eintritt zum Platz und ins Zelt kostenlos.

Am Sonntag, 8. Juli, sind ab 7 Uhr der Weckruf der Turn- und Musikgemeinschaft Grebenstein und von 11 bis 12 Uhr ein Platzkonzert vor dem Rathaus vorgesehen. Beim Festzug der um 14 Uhr an der Burguffelner Straße startet, geht es dieses mal um Attraktionen aus dem „schönen Deutschland“. Unter den 34 Gruppen, Wagen und Kapellen werden nicht nur Kassels Herkules und Schachtens Erbeerkönigin vertreten sein, sondern auch ein echter Berliner Bär, Rennsteig-Wanderer und Brockenhexen. Ab 20 Uhr ist wieder Tanz den „Las Parandas“.

Der Viehmarkt klingt am Montag, 9. Juli, mit dem Frühschoppen für alle Grebensteiner Firmen, Vereine und Bürger ab 10 Uhr, Spielen für die Schuljugend ab 15 Uhr und dem letzten Tanzabend ab 20 Uhr aus. (tty)

zurück

HNA vom 07. Juli 1990
zurück

HNA vom Montag, 09. Juli 1990

Milchviehzüchter-Leistungsschau

Silber für H. Neumann

Daß Kuh nicht gleich Kuh ist, konnten auch Laien am Wochenende bei der Leistungsschau der Schwarzbuntzüchter-Kreisgruppe Hofgeismar anläßlich des Grebensteiner Viehmarktes feststellen. 15 Züchter stellten auf dem Wiesenareal im Sauertal über drei Stunden land ihre besten Tiere den Augen der Preisrichter und der Zuschauer.

Die 68 Tiere präsentierten sich diesmal besser als im verregneten Vorjahr. Obwohl bei dieser einzigen „Leistungsschau“ der Region, zu der ohnehin nur sehr gute und überregionale erfolgreiche zugelassen werden, zehn mehr als im Vorjahr vertreten waren, hätten es nach Ansicht des Organisator Bernhard von Canstein (Tierzuchtamt Kassel) „noch einige mehr“ sein können.

Kreisgruppenvorsitzender Gerhard Villmar unterstrich die überregionale Bedeutung des nordhessischen Hauptzuchtgebietes für Milchvieh. Diese Schau sei nicht nur eine Bestandsaufnahme, sondern eine zuchtzielorientierte Züchtungsschau, ergänzte Landesverbandsvorsitzender Walter Haub. Auch um den Nachwuchs sei ihm angesichts des Eifers der Jungzüchter nicht bange.

Die Silberne Preismünze des Hessischen Landwirtschaftsministers für die beste Gesamtleistung erhielt Heinrich Neumann (Westuffeln) sowohl für die Siegerkuh der mittleren Alterklasse als auch für die beste Euterkuh (Pokal Menke) und die beste Betriebssammlung. Die zweitbeste Betriebssammlung zeigte Reinhard Hinz (Grebenstein). Er erhielt außerdem die Preismünze in Bronze für die Siegerkuh der älteren Klasse und den Preis der Kreisgruppe für die Siegerkuh alt.

Christian Ullmann (Schachten) zeigte die zweitbeste Siegerkuh alt und die beste Kuhfamilie. Günter Friedrich (Hombressen) erhielt die ADR-Preismünze für die Siegerkuh jung und die Reservesiegerkuh der mittleren Klasse. Die Reservesiegerkuh jung stelle Wilhelm Koch (Oedelsheim).

Den Wanderpokal im Kälberaufzuchtwettbewerb gewann Christian Nixdorf (Oberkaufungen), den Pokal in der Tierbeurteilung gewann Olaf Luleich (Trendelburg) vor Frank Schröder. Michael Zeller (Hombressen) erhielt vom Landesverband einen Pokal für den 4. Platz im Bundesentscheid. (tty)

zurück

HNA vom Montag, 09. Juli 1990

Festzug überraschend gut besucht

Deutsche Themen spornten an

Einen Andrang wie seit Jahren nicht mehr – verursacht durch Gäste aus Kassel und seinen Vororten sowie vor allem aus den benachbarten DDR-Kreisen – erlebte gestern Nachmittag der Grebensteiner Viehmarkts-Festzug. Auch die Motive selbst waren diesmal ungewöhnlich bunt und vielseitig, weil das Thema „Unser schönes Deutschland“ viel Platz für die Phantasie ließ.

Bei den vielen Aktionen auf und an den diesmal sehr schnellen Wagen (denen die Fußgruppen am Schluß kaum nachkamen) ging es sehr oft ums gemütliche Essen und Trinken: Da brauten und tranken Mönche Bier, gab es eine feuchtfröhliche Rhein-Weinstube, feierten Räuber im Spessart-Wirtshaus, überfielen die Bremer Stadtmusikanten zechende Banditen, wurde auf der Sababurg gekocht und verteilten der Berliner Bär „Berliner“ und die Schachtener Erdbeerkönigin Erdbeeren.

Oft ging es turbulent zu: die Brockenhexen fegten durch die Zuschauerreihen und Pflegten eine abgestürzte Kollegin, auf der Reeperbahn gab es Rotlicht und Blaulicht, Frau Holle schüttelte vier ganze Federbetten über Grebensteiner Vorgärten aus, vom Roulettetisch flog Riesen-Geld ins Publikum, ein Funkenmariechen tanzte auf dem Mainzer Karnevalswagen, Germanen ließen sich von Bonifatius bekehren, Dr. Eisenbart kurierte Patienten und er Rattenfänger lockte die Kinder an. Vertreten waren außerdem Till Eulenspiegel, Rennsteig-Wanderer, Kassels Herkules, Kölner Heinzelmännchen, Wintersport, Münchhausen, Nürnberg und deutsche Indianer.

Subtileren Humor zeigten auch Beuys-Hut und Spitzhacke als Grebensteins Documenta-Beitrag und ein springlebendiger Wildunger Kurschattenbrunnen. „Die Nackten und Reichen“ warfen vom Sylter Sandstrand Wasserballons ins Publikum und eine Schwälmer Trachtengruppe tanzte anschließend nochmals im Zelt.

Schon beim „Bunten Abend“ am Tag zuvor war trotz des TV-Fußballspiels des Zelt von Anfang an „brechend voll“. Die böhmische Musik der „Moldau Mädel“ gefiel sogar jüngeren Besuchern und Conferencier Addy Axon hatte nach beschwerlichen Anfang spätestens als Bauchredner alle Lacher auf seiner Seite. Auch das ADAC-Fahrradturnier hatte mit über 20 Teilnehmern diesmal größeren Zuspruch als im Vorjahr. (tty)

zurück