71. Grebensteiner Vieh- und Jahrmarkt
13. - 16. Juli 2018

Presse 1983

 Presse 1983 

HNA vom 11. Juli 1983
Ein Feuerwerk der Ideen
Ja, die Grebensteiner wissen eben, was „in“ ist. Vom Festausschuss Vieh- und Jahrmarkt mit diesem der Phantasie wiederum ihrem freien Lauf lassen Thema betraut, traten die Vereine, Verbände und die vielen anderen Gruppierungen am Sonntagnachmittag den Beweis an: Unter sengender Hitze präsentierten die ihre in ungezählten Stunden geschaffenen Werke. Motivwagen und Fußgruppen von beispielhaftem Ideenreichtum und Ausgestaltung. Insgesamt 33 Bilder reihten sich aneinander und setzten nach dem Abmarsch vom Schachtener Tor mehr als eine Stunde lang Glanzpunkte in den von Menschen dicht gesäumten Straßen des mittelalterlichen Städtchens.
Flotte Klänge ließen schon von weitem aufhorchen: Es musizierten die Spielmannszüge Udenhausen und Fuldatal, der Musikzug Grebenstein, die Schönfelder Musikanten und der Fanfarenzug Hofgeismar.
Punke bei einer schlagkräftigen „Demo“ hatte die Jugendfeuerwehr mitgebracht. Mit „Flohmarkt“ und „Neue deutsche Welle“ präsentierten sich die Tuspo- Handballsparten Damen und Herren. Auf „Rekorde“ hatten es die Vereine des Stadtteils Burguffeln mit ihren Wagen abgesehen. Hobbys wie Malen, Drachenfliegen und Hochseeangeln boten die Kolping- Familie, M. Kasten und der ASV auf. Eifrig am Zimmern und Basteln waren die „Heimwerker“ der Männerchöre. Dass Jogging auch fit hält, bewies die TSG Schachten. Auch Aerobic (Studie Gerke) fehlte nicht.
Als Könnerinnen im Teppichknüpfen erwiesen sich die Landfrauen ebenso wie die Marine-Jugend um Modellbasteln und die Kleintierzüchter im Stricken. Als „Hausmann“ wusste Volker Fiedler zu gefallen, mit Mode- Gags trumpfte die Jugendgruppe Udenhausen auf.
Mit einem jubelnden Fan- Club waren die Tuspo-Fußballer vertreten. Den Blick in einen Öko-Garten ermöglichte die Landjugend, naturverbunden gab sich die holzsammelnde TMG und erst recht die Schützengesellschaft mit ihrer „Peep-Show“.
Zum Ende tauchten nicht nur die Reiter auf. Nein, da zogen unbekannte glatzköpfige und lila-bewandete Wesen im Gefolge ihres Porsche fahrenden Anführers des Weges: Die Gre-Vie-Ja-Sekte. Da mag wohl mancher erst einmal gegrübelt haben, bis ihm ein Licht aufging. Der Festausschuss selbst wollte im bunten Trubel mitmischen und die stets von anderen geforderte Kreativität ebenfalls beweisen.
HNA vom 14. Juli 1983
Kinder, Kälber, Kühe
Mensch und Tier brannte die Sonne unbarmherzig auf den „Pelz“, und doch wurde die Leistungsschau der Schwarzbuntzüchter, Kreisgruppe Hofgeismar, anlässlich des Vieh- und Jahrmarktes in Grebenstein für Zuschauer, Teilnehmer und Wertungsrichter wieder zum Erlebnis. Am beeindruckensten der Nachwuchs: 24 Kinder und Jugendliche traten zum zweiten Kälberaufzuchtswettbewerb an und begeisterten durch enormes Fachwissen und große Freude an ihren Aufgaben.
Mit den erst frei bis acht Monate alten Kälbern präsentierten sich die Teilnehmer im Alter von sechs bis 17 Jahren den kritischen Richtern, die anhand folgender Kriterien bis zu 100 Punkte vergaben: Pflegestand, Führen, Vorstellen, Angaben zur Fütterung des Kälbchens von dessen Geburt bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt. In der Altersklasse bis zu zehn Jahren siegte die siebenjährige Martina Neutze aus Meimbressen, bei den Elf- und Zwölfjährigen errang Tobias Neutze (12/Ehrsten) die meisten Punkte, und in der Gruppe der Jugendlichen schnitt Andrea Hoff (17/Eberschütz) am besten ab. Auch in der Gesamtwertung der drei Klassen sah man Andrea Hoff an der Spitze, sie konnte damit den erstmals ausgesetzten Wanderpokal des Verbandes in Empfang nehmen.
Mit viel Eifer war die Landjugend beim Wettbewerb im Richten von der Partie. Unter 30 Teilnehmern war Klaus Lerch (Udenhausen) am erfolgreichsten, gefolgt von Gerhard Nordmaier (Sandershausen) und Klaus Gräbe (Trendelburg). Sie alle sind Auszubildende in Betrieben des Kreisteils Hofgeismar.
Bei der Leistungsschau der ausgewählten Zuchtkühe hatten die Preisrichter nicht selten einen schweren Stand. In den einzelnen Klassen sind folgende Tier mit Ia-Preisen ausgezeichnet worden: „Melanie“ (Schwarz/Calden), „Emsige“ (Friedrich/Hombressen), „Betty (Himmelmann/Zwergen), „Tina“ (Schwarz/Calden), „Amanda“ (Friedrich/Hombressen), „Luise“ (Jeppe/Hofgeismar), „Lausi“ (Koch/Oedelsheim), „Anne“ (Ullmann/Schachten), „Eris“ (Friedrich/Hombressen), „Reverline“ (Berndt/Kelze), „Jessi“ (Drube/Immenhausen), „Heide-Marie“ (Friedrich/Hombressen), „Eva-Valeria“ (Friedrich/Hombressen), „Marion“ (Schwarz/Calden).
Siegerkuh der älteren Kuhklasse wurde „Emsige“ von Günther Friedrich (Hombressen). „Lausi“ (Koch/Oedelsheim) hieß die Siegerkuh der mittleren Kuhklassen. Sie wurde zugleich beste Euterkuh und kann den Titel Siegereuter, ältere Kuhklassen, für sich in Anspruch nehmen. Zum Siegereuter der jungen Kuhklasse wurde die ebenfalls herausragende „Jessi“ (Drube/Immenhausen) erklärt. Als beste Typkuh wurde „Eva- Valeria“ (Friedrich/Hombressen) Siegkuh der jüngeren Kuhklasse.
Mit Spannung wurde die Entscheidung der besten Einzelzüchtersammlung erwartet. Nach Betriebsgrößen in drei Klassen unterteilt siegten jeweils Koch/Oedelsheim, Hampe/Hombressen und Schwarz/Calden. Der Betrieb Schwarz in Calden erhielt als Sieger aller Ia- Sammlungen die bronzene Staatsmedaille des hessischen Landwirtschaftsministers. Günther Friedrich in Hombressen bekam für die sehr erfolgreiche „Emsige“ die silberne Preismünze des Ministers zuerkannt. Mit der silbernen Preismünze des Verbandes Hessischer Rinderzüchter ist der Züchter Koch in Oedelsheim für seine „Lausi“ ausgezeichnet worden.
Für herausragende Leistungen wurde der Zuchtbetrieb Britta und Christian Ullmann in Schachten besonders geehrt.
Zur Bereicherung von Leistungsschau und Züchtertreffen trug die Landjugendgruppe Hofgeismar bei, die für interessierte Zuschauer kostenlose Proben frischer hessischer Molkereiprodukte bereithielt. (dor)